Oktober 2026

Steigbügelhalter und Werwölfe hätten wir diesen Monat überschreiben wollen, aber einS gewöhnt sich mit erstaunlicher Geschwindigkeit an alles.

Nachzutragen zum September bleiben die Verweise auf den Beitrag »Aspekte des neuen Rechtsradikalismus« und die totalitäre Demokratie von Thomas Meyer vom 25.03.2020 und als besondere Empfehlung der Text Das Ende der Politik. Thesen zur Krise des warenförmigen Regulationssystem von Robert Kurz vom 01.01.1994[!] aus Krisis Nr. 14 (1994), Zitat:

[…] Gerade deswegen aber steht nicht »Antifaschismus« auf der Tagesordnung, auch kein adornitisch reflektierter, sondern die radikale Kritik der Marktwirtschaftsdemokratie. […] Der substantielle Totalitarismus der Moderne ist derjenige der Warenform und damit der Demokratie selber. Das Ende der warenförmigen Zivilisation und damit das Ende der »Politik« ist also erst wirklich die »negative, falsche Aufhebung« des Systems, wenn auch ganz und gar nicht eine etatistische. So behält am Ende Adorno doch ein Wahrheitsmoment, wenn auch nur ein halbes, und in einem ganz anderen Sinne, als seine theoretischen Enkel meinen.

Dem schließen wir uns an.

September 2026

Wie vorgesehen verlaufen die teutschen Wahlpartys als großes Feuerwerk der Gefühle und die bürgliche Mitte verlässt mit rasender Geschwindigkeit das sinkende Schiff der hochgelobten Demokratie.

Als kleines Intermezzo lesen wir daher die Verschriftlichung des Vortrags Aspekte des neuen Rechtsradikalismus von Theodor W. Adorno [Audio], den dieser am 06. April 1967 auf Einladung des Verbands Sozialistischer Studenten Östereichs an der Universität Wien gehalten hat. Mit einem Nachwort des herausgebenden Historikers und Publizisten Volker Weiß.

Und verweisen ergänzend auf die Rezension von Gregor Husi vom 23.10.2019 auf socialnet.de. Zudem auf die von Thomas Lux und Martin Mettin vom 06.08.2019 auf Soziopolis.

Damals wie heute weiß der Alltagsverstand nur wenig damit anzufangen, schon gar nicht mit den im Vortrag enthaltenen, doch recht hilflosen Widersprüchen. Der gute Wiesengrund würde sich angesichts der realen Entwicklungen wohl im Grabe umdrehen. Wir dürfen uns fragen, an welchen Stellen er gezwungen gewesen wäre, seine öffentliche Intervention in Form eines Vortrages zu revidieren. Das ist jetzt – weniger aus Bescheidenheit, denn Notwendigkeit – an uns.

Was „zu tun“, liegt alles andere als auf der Hand – und auch der Dialog schlägt fehl.

Wir empfehlen zudem das Gespräch »In Ulrich Siegmunds Fall scheint mir die Aggression sehr wichtig« AfD und Psychoanalyse? Erstaunlich viel am Erfolg der Partei lässt sich durch unbewusste Bedürfnisse erklären vom 18.09.2026 mit den Psychoanalytiker:innen Cecile Loetz und Lutz Müller, die auch den Podcast Rätsel des Unbewußten. Psychoanalyse und Psychotherapie erstellen.

Februar 2026

Wir ahnen uns weiter durch Philosophie des Traums (2008) von Christoph Türcke, Abschnitt 1 TRAUM.

Außerdem haben wir uns an dem neuen Buch Systemkrise. Legitimationsprobleme im grünen Kapitalismus von Philipp Staab [1 | 2 | 3] versucht. Nach ergänzender Lektüre des Interviews Ist der Kapitalismus ein Irrweg? Der Soziologe Philipp Staab sagt: Kommt drauf an! in der brand eins sagen wir:

„Macht ja nichts!“

Wir verweisen auch auf das Gespräch von Phillipp Staab mit Simone Miller vom 19.10.2025: Gesellschaft. Warum die Klimawende gescheitert ist. Fast alle sind sich einig: Die Klimakrise muss bewältigt werden. Und trotzdem wurde die Grüne Wende abgewählt. Unsere Gesellschaft hat sich umorientiert, meint der Soziologe Philipp Staab. Statt um Selbstentfaltung ginge es heute um Selbsterhaltung.

„(…), …dann ist eine Gestalt des Lebens alt geworden, (…)“ Georg Wilhelm Friedrich Hegel, 1821

Erhalten will sich hier aber eine gesellschaftliche Form, deren eigene Grundlagen schon lange an ihre inneren und äußeren Schranken stossen.

Dezember 2025

Wir haben tief in unseren Sack gegriffen und befassen uns zur Erholung ein wenig mit Christoph Türcke, den Einstieg machten wir mit

»Bündnispartner eines emphatischen Utopiebegriffs« Ein Gespräch mit Christoph Türcke über die Psychoanalyse im Zeitalter der Neurowissenschaften und das gesellschaftskritische Potential der Freud’schen Triebtheorie aus Phase 2. Zeitschrift gegen die Realität, hier aus dem Heft 41, Freud’sches Versprechen. Zum gesellschaftskritischen Potential der Psychoanalyse (Winter 2011/2012).

Wir hörten auch, es sei ein neues Heft erschienen…

Im Anschluss legen wir uns sein Buch Philosophie des Traums (2008) vor. Hierbei wird ggf. auch der Begriff Kollektives Trauma zu diskutieren sein (ohne hier unzulässig vorgreifen zu wollen). Weinachten steht schließlich vor der Tür, und auch das neue Jahr will besänftigt werden.

[National]Staat und Krieg II

Keine Frage, dass es sich beim [National]Staat um eine Kategorie der Kapitalistischen Moderne handelt. Insofern die substantivierte Attribution [National] in ‚unserer‘ Gesellschaftsform ein Pleonasmus, die/ der dennoch und insbesondere vom (links)bürgerlichen Bewußtsein zu gerne ausgeblendet werden will und über den es sich erhaben glaubt.

Wir haben uns vom 14.-16.11.2025 in wechselnder, kleinerer und größerer Runde an unterschiedlichen Orten in Berlin zusammengefunden und uns so frucht- wie furchtbar auseinandergesetzt:

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Block 01: Das Verhältnis von „Demos“ und „Ethnos“ und die Neue Rechte, hier vor der Folie von des Podcast von Kanal Schnellroda, Folge 66. Weil das keinS wollen kann, erfolgen hier keine Namensnennungen und keine Verlinkung, Eure Suchmaschine wird es bedauerlicherweise finden.

Block 02: Russell Jacobys negative Psychoanalyse, Vortrag von Frank Grohmann [s.a. Negative Psychoanalyse und Marxismus (1975) von Russel Jacoby [aus: Psyche, Heft 11/ 29. Jahrgang] im Rahmen des Seminares Psychoanalyse und Kapitalismus im Café Plume.

Wir für unseren Teil denken bereits hier und heute, dass Zwischen Allmacht und Ohnmacht. Zur Psychopathologie des bürgerlichen (d.h. männlichen) Subjekts von Robert Bösch (2000) [aus: Krisis Nr. 23] in der Folge erneut zu diskutieren sein wird.

Block 03: Nationalismus und Moderne (1983) von Ernest Gellner [englisch: Nations and Nationalism [1]. Siehe dazu auch Der Tod des sterblichen Gottes. Skizze über Aufstieg und Fall des Nationalstaats (1997) von Ernst Lohoff (aus: Krisis 19 [1| 2] ).

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Wann der Schlawiner wie fallen wird, bleibt zu reflektieren.

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[Nationalstaat]Statt und Krieg, Teil 03 folgt Februar 2026, back in HH.

November 2025

Als Vorbereitung für Teil 02 unserer Treffen zu [National]Staat und Krieg [01 hier] graben wir uns durch Jacoby, Russel: Negative Psychoanalyse und Marxismus, 1975. In: Psyche, Heft 11/ 29. Jahrgang.

Vintage: Tucholsky-Zitat Hauswand Berlin, um 1996

Wir verweisen auch auf die angekündigte Anthologie der Texte von Russel Jacoby Der tendenzielle Fall der Vernunftrate. Über den Niedergang der Linken und das Ende der Utopie, und hier auf den Auszug aus seinem Text Die Politik der Subjektivität. Anmerkungen über Marxismus, die Linke und die bürgerliche Gesellschaft von 1971.

Zum Lüften waren wir mal wieder beim Roten Salon Hamburg, hier Jenny Kellner zu ihrem gerade erschienenen Buch Anti-ökonomischer Kommunismus. Batailles nietzscheanische Herausforderung. Wir sind uns uneinig, inwiefern eine erneute Lektüre der gesellschaftskrtischen Texte von Georges Bataille fruchtbar zu machen ist.

Jenny Kellner war auch im Keller der Metaphysik #6 Wider den Faschismus – Die kapitalistische Illusion zu Gast, anti-faschistisches Schunkeln im Format bildungsbürgerlicher Hochkultur. Die Restlinke aus der saturierten Mitte klammert sich an jeden Strohhalm…

Oktober 2025

Wir schließen in diesem Monat den Text Was hält die Welt in Schwung. Feministische Ergänzungen zur Geschichte der Impetustheorie (1985) von der Physiker:in/ Soziolog:in Elvira Scheich [ 1 | 2 ]. Zur [Impetustheorie] ab.

Im Anschluss steigen wir in die Vorbereitungen für Teil 02 unserer Treffen zu den All-Time Classics [National]Staat und Krieg ein [01 hier]:

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Insbesondere Jacoby, Russel: Negative Psychoanalyse und Marxismus, 1975. In: Psyche, Heft 11/ 29. Jahrgang. Zu Jacoby siehe auch hier.

God save the Antifa

September 2025

Wir scheinen etwas träge zu sein, dennoch:

Weiter im Text: Was hält die Welt in Schwung. Feministische Ergänzungen zur Geschichte der Impetustheorie (1985) von der Physiker:in und Soziolog:in Elvira Scheich [ 1 | 2 ]. Zur [Impetustheorie].

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Nicht nur eine Randnotiz sind die allgemeinen Auflösungserscheinungen kritischer Selbstvergewisserung:

Etwas, das in uns allen steckt. In Psychoanalyse und Antisemitismus aktualisiert Ilka Quindeau die Analysen der Kritischen Theorie von Anneke Schmidt, in nd vom 11.09.2025. Zu Ilka Quindeau [ 1 | 2 ].

Mit Gänsehaut auf die Geiselbahn. Im neuen Gaza-Erlebnispark wird Ausnahmezustand für Krisentouristen als spannende Inszenierung erfahrbar. von Fritz Tietz in die wahrheit/ taz vom 20.09.2025.