April 2026

Fortgesetzt Philosophie des Traums (2008) von Christoph Türcke, Abschnitt 1 TRAUM ist abgeschlossen. Nunmehr Abschnitt 2 TRIEB, entsprechend umkreisen wir dessen Begriff …und damit gleichsam die Onto- und Phylogenese der wert-abspaltungs-förmigen Subjektkonstitution der kapitalistischen Moderne.

Nachtrag 01: da wir die Leküre doch hin und wieder als etwas anstrengend wahrnehmen (hier insbesondere aufgrund der Attitüde des Autoren) springen wir im Vorgriff zum Nachwort „High-Tech-Traumzeit“ und entscheiden im Anschluss, ob wir es dabei bewenden lassen – oder erneut in den Text gehen.

Nachtrag 02: Wir haben das Nachwort beendet – und schließen damit die Lektüre ab. Die Textvorlage war Ausgangspunkt fruchtbarer Gespräche und Gedanken. Nachsitzen muss wohl aber nicht nur die Gesellschaft, sondern auch der professorale Gestus als solcher.

Die Spekulation in den Urgründen der Historie, hier der diffus gefasste, traumatische Wiederholungszwang und die reaktionäre Projektionsbildung des Menschenopfers als monokausale Erklärung jeglicher Kulturentwicklung, scheint bemüht. Der konservative weil kulturpessismistische Einschlag ist immer noch das Gegenteil kritischen Denkens. Dennoch:


Es ist niemals ein Dokument der Kultur, ohne zugleich ein solches der Barbarei zu sein.“Aus: Walter BenjaminÜber den Begriff der Geschichte“ (1940)

08. März: Internationaler Frauentag

„(…). Wenn der Feminismus aufhört, ein bloßer „Ismus“ (und damit ein immer noch der männlichen, bürgerlich-aufklärerischen Grundanweisung folgender Impuls) zu sein, (…).

…in Hamburg

In dieser Form wird er kein partikularistischer Weiblichkeitsentwurf mehr sein, sondern die männliche Selbstaufhebung verlangen.“

Robert Kurz, Geschlechtsfetischismus. Anmerkungen zur Logik von Weiblichkeit und Männlichkeit aus: Krisis 12 (1992), S. 117-168.

März 2026

Was soll einS sagen, jetzt schmeissen sie an der Straße von Hormus wieder mit Böllern. Das Warenproduzierende Patriarchat macht was es im Falle eines [Krisen]Falles am besten kann: es spielt Krieg. Ein bewährtes Procedere, von der Meinungsfreiheit gedeckt.

„Ein Krieg für die Freiheit“ (Bild, 02.03.2026)

Wie auch nach den letzten Kreuzügen des erodierenden Westens (‚Abendland‘) werden auch hier nur Ruinen und Reservate bleiben.

Krieg als Krisenkatalysator. Bei einer Eskalation des Iran-Konflikts droht der Region ein abermaliger Entstaatlichungsschub (01. März 2026) von Tomasz Konicz

Davon ab befassen wir uns weiterhin mit Philosophie des Traums (2008) von Christoph Türcke, immer noch Abschnitt 1 TRAUM.

Wir empfehlen als begleitende Lektüre die Lektüre der Kapitel 3-5 aus Geld ohne Wert von Robert Kurz [1 | 2 | 3]: 3. Der Begriff der „Nischenform“ und der methodologische Individualismus 4. Vorkapitalistische Fetischverhältnisse 5. Ein Geld, das noch gar keines ist

Februar 2026

Wir ahnen uns weiter durch Philosophie des Traums (2008) von Christoph Türcke, Abschnitt 1 TRAUM.

Außerdem haben wir uns an dem neuen Buch Systemkrise. Legitimationsprobleme im grünen Kapitalismus von Philipp Staab [1 | 2 | 3] versucht. Nach ergänzender Lektüre des Interviews Ist der Kapitalismus ein Irrweg? Der Soziologe Philipp Staab sagt: Kommt drauf an! in der brand eins sagen wir:

„Macht ja nichts!“

Wir verweisen auch auf das Gespräch von Phillipp Staab mit Simone Miller vom 19.10.2025: Gesellschaft. Warum die Klimawende gescheitert ist. Fast alle sind sich einig: Die Klimakrise muss bewältigt werden. Und trotzdem wurde die Grüne Wende abgewählt. Unsere Gesellschaft hat sich umorientiert, meint der Soziologe Philipp Staab. Statt um Selbstentfaltung ginge es heute um Selbsterhaltung.

„(…), …dann ist eine Gestalt des Lebens alt geworden, (…)“ Georg Wilhelm Friedrich Hegel, 1821

Erhalten will sich hier aber eine gesellschaftliche Form, deren eigene Grundlagen schon lange an ihre inneren und äußeren Schranken stossen.

Januar 2026

Langsam wird es kalt, sowohl auf Grönland wie auch in Rest-Europa. Soziale Marktwirtschaft und Liberale Demokratie haben als Herrschaftsformen abgewirtschaftet. Medwedew will Merz entführen und auch ansonsten sind allerhand Spaßmacher von der Resterampe unterwegs. Der Nationalstaat ist auf offenem Kriegsfuß und die realen Verwerfungen der globalen, sozial-ökologischen Krise werden nicht verhandelt. Deren Formprinzip sowieso nicht. Die Subjekte taumeln. Willkommen im neuen Jahr.

♫ Retroschick

Rückblick und Ausblick mit Tomasz Konicz:

„Früher begann der Tag mit einer Schusswunde“ (Wolf Wondratschek)

US-Sicherheitsstrategie 2025

Schwerpunkt [National]Staat und Krieg [I|II]: Wir verweisen hier auf die US-Sicherheitsstrategie 2025, in der die zwanghafte Re-Nationalisierung des ideellen Gesamtkapitalisten in der Konkurrenz zum Ausdruck kommt:

♫ Kopf schütteln ♫

Ergänzend dazu folgende Texte von Ernst Lohoff:

Abstimmung „Wehrdienst-Modernisierungsgesetz“

Global stottert der Laden, aber: Die Umsätze aus dem Verkauf von Waffen und Militärdiensten durch die 100 größten Rüstungshersteller stiegen im Jahr 2024 um 5,9 Prozent und erreichten einen Rekordwert von $ 679 Milliarden [1] . Da ist Musik drin.

Der Absatz ziviler Kampfmaschinen (PKW) ‚Made in Germany‘ läuft nicht rund, also sollen Produktionskapazitäten bspw in Osnabrück umgewidmet werden [1|2], das ist Sozialpartnerschaft [VW/ Rheinmetall]. Wilde Träume ‚zivilgesellschaftlicher‘ Einhegung („Öffis statt Panzer!“, „sozial-ökologische Konversion“), kollidieren notwendig mit dem prozessierenden Widerspruch, aber: egal.

Wir nehmen den

in HH und überall wohlwollend zur Kenntnis, sicher nicht die schlechteste Art, wessen Jugend auch immer zu verschwenden.

Wie dem auch sei: Der Bundestag hat am Freitag, 5. Dezember 2025, die gesetzlichen Grundlagen für einen „neuen attraktiven Wehrdienst“ geschaffen [1]. Ein bißchen Krieg.

Dezember 2025

Wir haben tief in unseren Sack gegriffen und befassen uns zur Erholung ein wenig mit Christoph Türcke, den Einstieg machten wir mit

»Bündnispartner eines emphatischen Utopiebegriffs« Ein Gespräch mit Christoph Türcke über die Psychoanalyse im Zeitalter der Neurowissenschaften und das gesellschaftskritische Potential der Freud’schen Triebtheorie aus Phase 2. Zeitschrift gegen die Realität, hier aus dem Heft 41, Freud’sches Versprechen. Zum gesellschaftskritischen Potential der Psychoanalyse (Winter 2011/2012).

Wir hörten auch, es sei ein neues Heft erschienen…

Im Anschluss legen wir uns sein Buch Philosophie des Traums (2008) vor. Hierbei wird ggf. auch der Begriff Kollektives Trauma zu diskutieren sein (ohne hier unzulässig vorgreifen zu wollen). Weinachten steht schließlich vor der Tür, und auch das neue Jahr will besänftigt werden.