Wie vorgesehen verlaufen die teutschen Wahlpartys als großes Feuerwerk der Gefühle und die bürgliche Mitte verlässt mit rasender Geschwindigkeit das sinkende Schiff der hochgelobten Demokratie.
Als kleines Intermezzo lesen wir daher die Verschriftlichung des Vortrags Aspekte des neuen Rechtsradikalismus von Theodor W. Adorno, den dieser am 06. April 1967 auf Einladung des Verbands Sozialistischer Studenten Östereichs an der Universität Wien gehalten hat. Mit einem Nachwort des herausgebenden Historikers und Publizisten Volker Weiß.
Und verweisen ergänzend auf die Rezension von Gregor Husi vom 23.10.2019 auf socialnet.de. Zudem auf die von Thomas Lux und Martin Mettin vom 06.08.2019 auf Soziopolis.
Damals wie heute weiß der Alltagsverstand nur wenig damit anzufangen, erst recht nicht mit den im Vortrag enthaltenen doch recht hilflosen Widersprüchen. Der gute Wiesengrund würde sich angesichts der realen Entwicklungen wohl im Grabe umdrehen. Wir dürfen uns fragen, an welchen Stellen er gezwungen gewesen wäre, seine öffentliche Intervention in Form eines Vortrages zu revidieren. Das ist jetzt – weniger aus Bescheidenheit, denn Notwendigkeit – an uns.
Was „zu tun“, liegt alles andere als auf der Hand – und auch der Dialog schlägt fehl.


